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  • Diana Miranda

Day 43 - Selbstversorgung

Seit gestern sind Gartencenter, Baumärkte, Drive-In’s von Fastfoodketten, Kosmetikinstitute und Frisöre wieder offen. Die meisten von euch haben auch schon sehnlichst darauf gewartet, sich endlich die Haare schneiden oder färben zu lassen, die Fingernägel wieder auf Vordermann zu bringen und sich eine Massage zu gönnen. Aber was mich erstaunt hat, ist das noch viel mehr Leute offenbar darauf gewartet haben, endlich wieder Fast-Food konsumieren zu können. Als wäre das nicht genug, gefühlt die halbe Menschheit konnte es kaum erwarten einen eigenen Garten zu haben. Oder wie erklärt ihr euch den grossen Andrang vor Bau- und Gartencenter? Ich kann mir kaum vorstellen, das jeder der dort gestern in der Schlange stand, schon einen Garten besitzt. Das heisst in der Schlussfolgerung für mich, dass die meisten sich deswegen jetzt einen bauen. Nach dem Motto: man weiss ja nie was noch kommt, sicher ist sicher. Denn der eigene Garten ist ja jetzt die Wohlfühl-Oase schlechthin. Auch wenn es nur eine 1 Quadratmeter grosse Fläche auf dem Balkon ist, da müssen jetzt neben dem Liegestuhl und der Rattanlounge noch zwingend Salate und Tomaten angepflanzt werden. Man hat ja auch sonst nichts zu tun, gell?

Ich gebe zu, auch ich hatte diesen Plan. Ihr mögt euch vielleicht noch an meinen Artikel über Salat erinnern, dort habe ich darauf hingewiesen, dass ich den demnächst selber anbaue. Langweilig ist mir übrigens seit ich diesen Blog führe, nie. Deshalb sollte das mit dem Anbau auch keine Beschäftigungsidee werden. Vielmehr wollte ich einen kleinen Beitrag für die Umwelt tun und einen ersten Schritt in die Unabhängigkeit wagen. Das sind jetzt grosse Worte, ich weiss. Und ich wollte ja auch nur einen ersten Versuch machen, mich stückweit von der Abhängigkeit der Lebensmittelsmarktes zu verabschieden. Ich war schon immer Fan von der Selbstversorger-Idee. So wie es stück weit meine Grosseltern waren. Sie hatten ein paar Grundstücke, auf denen sie unter anderem verschiedene Gemüsesorten anpflanzten. Sie hatten Hühner, eine Kuh und zwei Schweine im Stall. Viel mehr braucht man in der Theorie nicht, zumindest im essentiellen Bereich der Lebensmittelvesorgung. Und wenn man es richtig gut macht, dann kann man sogar das ganze Jahr davon leben, was der Garten so hergibt. Kartoffeln essen wir ja das ganze Jahr, geerntet werden sie aber nur einmal im Jahr. Mit der richtigen Lagerung also absolut kein Problem. Und wenn man sich mit dem Einmachen auskennt, dann kann man so vieles fast für die Ewigkeit haltbar machen.

Wenn diese Krise uns eines gezeigt hat, dann wie abhängig wir vom System doch sind. Zum einen, müssen wir weiterhin Arbeiten und Geld verdienen, zum anderen brauchen wir es damit wir am Markt lebenswichtige Dinge wie WC-Papier kaufen können. Natürlich ist das ein Witz! Unsere Vorfahren hatten ja ein Bidet – lebensnotwedig ist das Klopapier also nicht. Aber es geht darum, zumindest Lebensmittel einkaufen zu können, damit wir in einer Krise nicht verhungern, wenn es wirklich mal schlimm kommen sollte. Wir haben zwar das grosse Glück, dass wir in einem reichen Land leben und dass die Lebensmittelversorgung jederzeit gewährleistet ist, das war aber nicht immer so. Es gab auch Zeiten in der Schweiz, da mussten Herr und Frau Helvetia ins Ausland auswandern, weil es hier weder Arbeit noch etwas zu essen gab. Das ist jetzt überspitzt gesagt. Aber so eine Situation wäre durchaus wieder möglich. Wir haben ja gesehen, wie gut die Zusammenarbeit in Europa funktioniert, wenn der Notstand ausbricht. Und ich wage zu bezweifeln, dass die Schweizer Landwirtschaft die gesamte Schweiz versorgen könnte. Wir werden also immer abhängig sein von unseren Nachbarn. Ob wir wollen oder nicht.

Wie dem auch sei, ich werde wohl in naher Zukunft weder Selbstversorger noch Eremit. Und leider habe ich keine Grundstücke und auch keinen Garten, sondern nur einen kleinen Balkon. Das wird also vorerst nichts mit der Unabhängigkeit. Aber wenigstens muss ich den Salat nicht mehr kaufen diesen Sommer, wenn ich ihn selbst anpflanze. Wie auch immer, ich warte mal noch mit dem Einkauf des Hochbeetes und des Saatgutes, bis alle ihren Einkauf gemacht haben und sich die Lage normalisiert hat. Womöglich haben die meisten dann im Sommer eh so viel Salat im Garten, dass sie gar nicht nachkommen mit Essen. Denkt dann bitte an mich bevor ihr etwas wegschmeisst! Danke! Am liebsten habe ich übrigens gewaschenen Salat mit italienischer Salatsauce. Hahahahahahaaa...


Macht's gut und bis morgen

Diana

Kürbis-Kichererbsen-Püree

mit Haselnuss-Pesto (vegan)


500 g Kürbis (Butternut)

250 g Kichererbsen gekocht

1/2 dl Kochcrème (oder Rahm)

Salz

1 EL Olivenöl


Kürbis waschen, rüsten, würfeln und 15 Minuten in einem Topf mit heissem Wasser weichkochen. Am Endd der Garzeit Kichererbsen (zum wärmen) beifügen. Danach alles abschütten und zurück in den Topf geben. Rahm und Öl hinzufügen und würzen. Mit dem Stabmixer oder der Küchenmaschine alles pürieren.


40 g Haselnüsse

40 g rote Zwiebeln

1/2 Bund Petersilie

3 EL Aceto balsamico weiss

6 EL Olivenöl


Haselnüsse, Zwiebeln und Petersilie kleinhacken. Öl und Essig dazugeben. Alles gut verrühren. Über das Püree geben und warm servieren. Es ist eine echte Geschmacksexplosion! Süss und sauer treffen sich, ein wahrlicher Genuss für den Gaumen!


Das Pesto passt auch zu einem Salat als Dressing. Dann einfach etwas mehr Öl und Essig hinzufügen. Voilà!

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