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  • Diana Miranda

Day 42 - Von der Bedeutung der Dominanz

Warum werden intelligente Frauen, die eine gewisse Selbstsicherheit, Bestimmtheit und Durchsetzungsstärke besitzen und evtl. öfter kritische Fragen stellen, als dominant betitelt? Nichts gegen das Wort dominant an sich. Im Markt oder im politischen Umfeld wird dieses Adjektiv durchaus positiv wahrgenommen. Wenn es jedoch in Zusammenhang mit einer weiblichen Verhaltensweise gebracht wird, dann hat es automatisch eine negative Konnotation. Ganz im Gegensatz zum männlichen Pendent. Dort wird Dominanz gleichgestellt mit Alpha-Stellung und das ist hoch angesehen und beneidenswert. Ein paar Gedanken dazu.


Dominantes Auftreten und Verhalten, wie es in Führungspositionen manchmal erforderlich ist, wird bei Frauen oft negativ ausgelegt. Sie gelten dann nicht selten als unsympathisch oder sogar inkompetent. Ich führe diesen Fakt zurück auf stereotype Rollenbilder, wonach Frauen eher sanft, emotional und sozial zu sein haben und Männer hingegen stark, dominant und auch gut darin, Einzelinteressen voranzutreiben. Das Paradoxe dabei ist, wenn Frauen zu emotional sind, dann gelten sie als nicht geeignet für Führungspositionen. Egal wie man es also dreht, als Frau hat man in dieser Hinsicht die Arschkarte gezogen.


In meiner Recherche habe ich im Internet übrigens ganz viele Ratgeber gefunden, wie sich Frauen in einer Führungsposition zu verhalten haben um erfolgreich zu sein. Da wird zum Beispiel geraten, nicht zu fordernd, nicht zu agressiv und nicht zu kompetent zu sein. Und dies in Bezug auf die männlichen Kollegen und deren fragilen Egos natürlich. Sollten Männer powervolle Frauen stattdessen nicht besser akzeptieren, so wie sie sind, statt sich von ihnen bedroht zu fühlen? Ist das zuviel erwartet? Moment, bin ich jetzt zu agressiv? Tschuldigung. Keine Absicht.


Ihr fragt euch sicher, warum ich mir solche Gedanken mache? Genau. Ich bin nicht in einer Führungsposition, nein. Aber ich werde oft als dominant bezeichnet. Und ich mag diesen Begriff nicht, weil ich damit oft mundtot gemacht werden soll. In diesem konkreten Fall ist es eigentlich egal, ob die Kritik von einer Frau oder von einem Mann kommt. Und ich nenne es Kritik, weil es eine ist. Es ist äusserst selten ein positives Feedback. Und es fällt meistens, wenn in einem Gespräch von der Gegenpartei keine valablen Argumente mehr vorhanden sind. Ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte, es ist sogar beleidigend. Meist ist das Gespräch dann auch beendet, denn man kann sich so nicht mehr auf Augenhöhe treffen.


Es geht also darum, wie man eine erfolgreiche Frau sein kann, ohne die Gefühle von anderen zu verletzten. Das tut man am besten, wenn man sich in den Hintergrund stellt, sich unterwürfig zeigt, sich dumm stellt (wenn sie Fehler entdeckt). Merkst du etwas? Eine Frau, die so im Job auftritt, tut vor allem eins: sie macht sich klein und untergräbt ihre eigene Autorität - besonders wenn sie eine Führungsposition bekleidet.


Dabei ist Dominanz in meinen Augen eher Souveränität - die übrigens auch eine Frau haben kann, ihr werdet es nicht glauben! Es geht nicht darum jemanden zu beeindrucken, es geht darum authentisch zu sein. Sollten wir daher nicht anfangen, uns gegenseitig zu verstehen? Herauszufinden, wie jedes Geschlecht tickt?


Wir wollen als Frauen gleichberechtigt sein, wir wollen ernst genommen werden. Wir machen Coachings, lesen Bücher, bilden uns weiter. Wir versuchen zu verstehen, wie Männer kommunizieren, damit wir uns allenfalls anpassen können. Wir betreiben also ganz viel Aufwand, um es möglichst gut zu machen und Akzeptanz zu finden. Wir sehen uns danach, ernst genommen zu werden in unseren Rollen. Auf der Gegenseite sucht man solche Bemühungen aber oft vergebens, weil sie im System ja die sind, die sich «richtig» verhalten.


Vielleicht müsste es in Leadership-Kursen so etwas wie Gender Studies (Geschlechterstudien) als Fach geben. Dort sollte unterrichtet werden, was das Dominanzverhalten von Männern und was das von Frauen ist. Oder wie Frauen kommunizieren und wie Männer es tun. Vielleicht auch wie Männer funktionieren und wie Frauen es tun. Selbstverständlich ohne generalisieren zu wollen. Wir müssen gegenseitig anfangen uns aufzuschlüsseln statt uns anzupassen. Wir brauchen das Werkzeug, um uns gegenseitig zu verstehen, nicht um uns gegenseitig nachahmen zu wollen. Als Frauen sollten wir aufhören, so sein zu wollen, wie Männer. Wir sollten daran arbeiten aufzuklären. Männer (und Frauen!) sollten stattdessen aufhören, männliche Führungsideale als Vorbild zu nehmen. Vielleicht gibt es genauso gute weibliche Führungsideale. Ziemlich sicher sogar!


Statt Dominanz zu stigmatisieren sollte man anfangen, diese als Selbstsicherheit und Souveränität zu verstehen. Dieses Verständnis wird nicht zuletzt die Kommunikation untereinander massiv verbessern!


So....gix und gäx, tschau zäme!

Diana


Pasta farcita

für 4 Personen


Füllung:

1 Aubergine

1 Lauchstange

3 mittelgrosse Rüebli

1 Zucchetti

1 Knoblauch

1 Mozzarellakugel

3 EL Olivenöl

1 dl Weisswein

Salz, Pfeffer

400 g Pasta zum Befüllen (auch Cannelloni oder Conchilioni).


Bechamelsauce

30 g Butter

2 EL Mehl

7 dl Milch

Bouillonwürfel


In einer grossen Pfanne das ganze Gemüse mit etwas Öl zugedeckt etwa 15 Minuten dünsten. Danach mit Weisswein ablöschen und etwa 10 Minuten weiterkochen bis der Wein verdampft ist. Würzen. Abkühlen lassen. Danach die feingewürfelte Mozarella beifügen und alles gut vermischen.


In einem Topf die Butter schmelzen, danach das Mehl zugeben. Anschliessend Milch beifügen und gut verrühren, damit keine Klumpen entstehen. Würzen. So lange aufkochen bis die Sauce etwas dickflüssig wird.


In einer Gratinform zunächst mit etwas Bechamel den Boden bedecken. Danach jede Pasta mit der Gemüse-Farce füllen und ebenfalls in die Gratinform legen. Am Schluss die restliche Bechamel darübergiessen. Die Pasta muss komplett damit bedeckt sein. Es lohnt sich daher eine kleinere Auflaufform zu nehmen, als zu gross. Die Form mit Alufolie zudecken und in den vorgeheizten Ofen bei 230° ca. 40 Minuten garen. Ober- und Unterhitze in der Mitte des Backofens. Danach Ofen abstellen und Garpunkt feststellen. Pasta etwa 20 Minuten ruhen lassen. Falls die Pasta noch nicht gar ist aber fast ausgetrocknet, kannst du etwas Wasser beifügen und nochmals 10-15 Minuten weitergaren bei 230°. Ist nich so eine genaue Wissenschaft. Sorry!


Tipp: für die Farbe kannst du am Boden statt Bechamel auch etwas Tomatensauce verteilen.

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