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  • Diana Miranda

Day 28 - Mögliche Corona-Exitszenarien

Es gibt diese Tage ganz viel Experten und noch mehr Corona-Exit-Szenarien, die uns erkären wollen, wie wir zum Normalzustand zurückkehren könnten. Aus reiner Neugier - aber hauptsächlich wegen meiner grossen Skepsis dieser Rückkehr gegenüber - habe ich gestern also mal wieder etwas im Internet geforscht und für euch die praktikabelsten Szenarien unter die Lupe genommen. Falls du dir davon nun Trost erhoffst, ist es eventuell besser, wenn du jetzt sofort aufhörst weiterzulesen, denn diese sind alles andere als beruhigend. Sie sind beängstigend.


Den drei wahrscheinlichsten Plänen, die ich gelesen hab, liegt folgender Fakt zugrunde: selbst wenn man sich die immensen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen vorstellen kann, die notwendig sind, um diese Krise wirksam zu bewältigen, wird auf absehbare Zeit keine Normalität eintreten. Bis es einen wirksamen und zugelassenen Impfstoff gegen COVID gibt, braucht es also entweder ein wirtschaftlich ruinöses Mass an #socialdistancing, einen digitalen Überwachungsstaat von schockierender Grösse und Reichweite oder einen noch grösseren Massentest-Apparat mit entsprechender Aufdringlichkeit.


Alle drei Pläne sehen in der ersten Phase - da stecken wir jetzt drin - einen Lockdown vor, in der extreme soziale Distanzierung als Mittel eingesetzt wird, um «die Kurve» abzuflachen und in der gleichzeitig die Intensivpflege- und Testkapazität gesteigert wird. Phase zwei wird nach einem festgelegten Zeitraum ausgelöst. In diesem Punkt oszillieren die drei Szenarien zwischen 14 Tagen und drei Monaten. Die praktikabelste scheint jedoch derzeit die mit den 45 Tagen zu sein. In dieser zweiten Phase übrigens stellen sich alle vor, die soziale Distanzierung zu lockern (aber nicht zu beenden) und gleichzeitig die Tests und Überwachung in grossem Umfang hochzufahren. Und an diesem Punkt beginne ich mir gerade das Unvorstellbare vorzustellen!


Zwei der genannten Pläne sehen einen digitalen Pandemie-Überwachungsstaat vor, in dem praktisch jeder eine App auf sein Smartphone herunterlädt, die seine Bewegung «geotrackt» (geografisch überwacht). Wenn du also mit jemandem in Kontakt kommst, bei dem sich später herausstellt, dass er COVID-19 hat, wirst du alarmiert und entsprechend isoliert werden. Wem das alles jetzt ein bisschen creepy vorkommt: Taiwan kennt bereits ein solches System. Via QR-Code-Scanner wird dort den Menschen z.B. der Zutritt zum öffentlichen Verkehr gewährt oder, falls eben infiziert, verweigert. Diese Scanner können entsprechend auch in anderen öffentlichen Bereichen eingesetzt werden, um erfolgreich weitere Ansteckungen zu verhindern: Fitness, Parks, Kino, etc.


In dieser Methode sehe ich - vielleicht auch du - grosse Probeme praktikabler Natur: die technologischen, politischen und ethischen Hürden für die Umsetzung sind massiv. Es stellen sich mir folgende Fragen:


  • Welche Entität kümmert sich um die Datensammlung und deren Sicherheit? Wie viele Daten dürfen gesammelt werden und wie lange werden diese «gespeichert»? Wer sagt wofür die Daten genutzt werden, wer setzt die Nutzungs-Restriktionen fest? Wer kontrolliert den Datenaustausch?

  • Was passiert mit Menschen, die die App nicht herunterladen oder schlicht kein Smartphone haben? Was passiert mit den Menschen, denen der Zutritt zu den Orten verweigert wird? Werden diese öffentlich verachtet werden? Was sind dann die psychischen Langzeitfolgen für die Gesellschaft? Werden Menschen sich selbst isolieren, um sich nicht öffentlich solchen Verachtungs-Situationen exponieren zu müssen?

  • Wenn sich diese Methode bewährt, wird sie dann in Zukunft auch für andere Krankheiten angewendet werden?


Es gäbe eine Alternative zur Massenüberwachung: das Massen-Testen. Das hiesse dann aber, dass in der Schweiz einige hunderttausend Schnelltests pro Tag gemacht und 14-tägig wiederholt werden müssten, um eine richtige Abdeckung zu garantieren. Hier spricht zum einen die nötige Logistik & Infrastruktur (Personal, Testorte, Beschaffung solcher Test, etc.) dagegen und auch die hohe Fehlerquote der Tests. Bei dieser, wie auch bei den anderen Methoden ist es erforderlich, dass die ganze Bevölkerung mitmacht, um den Erfolg zu garantieren. Auch hier stellt sich dann aber die Frage, was mit denen passiert, die sich nicht testen wollen. Sind für diese Menschen Sanktionen vorgesehen?


Das grösste Problem an all den ganzen Szenarien ist meiner Meinung nach ein anderes: verlieren wir womöglich damit ein Stück Demokratie und damit Selbstbestimmung? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass vor der Umsetzung eines solchen Exit-Planes zuerst die Bevölkerung gefragt wird. Dies würde erstens zu lange dauern und zweitens könnte die Mehrheit ja gegen eine solche Umsetzung stimmen. Und was dann? Eine Bundesverordnung ohne Beteiligung der Wählerinnen und Wähler hat von Natur aus aber weniger Akzeptanz im Volk. Das könnte also ganz viel Gegner auf den Plan rufen und dies gilt es zu verhindern. Denn solche Exitpläne, wie oben beschrieben, können nur erfolgreich sein, wenn sie 100% Durchdringungsrate haben.


Womöglich ist es wegen der Immunisierung der Gesamtbevölkerung sowieso besser, wenn wir alle mal an COVID-19 erkranken. Bei den Plänen des Bundes ist es meiner Meinung nach aber auch nie darum gegangen, dass wir nicht daran erkranken. Vielmehr galt es die Ansteckungsrate zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert. Und dies nicht, weil Corona schlimmer ist als jeder andere Influenzavirus, ganz im Gegenteil. Sondern weil schwere Verläufe von COVID-19 im Gegensatz zur Grippe häufiger eine Intubation und Intensivpflege erfordern. Und in der Schweiz (und überall auf der Welt übrigens) gibt es davon halt nun mal nur eine begrenzte Anzahl.


Sodeli, genug Theorien für heute.


Bliibet gsund und bis morn

Diana


Gyros mit Zaziki und Reis

für 2 Personen


Zaziki

1 Salatgurke (Kerne entfernen)

1 Knoblauchzehe

200 g griech. Naturjoghurt

10 g Olivenöl

10 g Zitronensaft

Kräutersalz


Gyros

400 g Schweinsgeschnetzeltes druchzogen

20 g Gyrosgewürz

Öl


Salatgurke waschen und Kerngehäuse entfernen. In kleine Stücke schneiden. Knoblauch ganz fein hacken. In einer Schüssel Gurken, Knoblauch, Joghurt und die restlichen Zutaten gut vermischen.


Fleisch 2 Tage vor Konsum mit Gyros-Gewürz marinieren und gut verpackt in den Kühlschrank stellen. Ich habe mein Gewürz übrigens selbst hergestellt. Du kannst es gerne bei mir beziehen, wenn du möchtest. Das Fleisch in einer grossen Bratpfanne mit etwas Öl scharf anbraten.


Ich habe dazu Trockenreis serviert. Du kannst aber auch Pitabrote machen und diese dann mit dem Fleisch und dem Zaziki füllen. Schmeckt ultrageil!

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