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  • Diana Miranda

Day 25 - Kleine Karfreitags-Lektion

Heute ist der 10. April und wir sind seit 27 Tagen #curveflattener. Soweit sind alle gesund und halbwegs munter. Wir vermissen unsere Familien, Freunde und Arbeitskollegen. Haben einen flachen Arsch vom vielen Sitzen und viereckige Augen vom Bildschirmkonsum. Der Bauchumfang ist stabil. Wir leiden an einem «Vitamin D»-Mangel, Muskel-Atrophie und unsere Nerven haben kein Kostüm mehr. Bei den Gesprächsthemen herrscht bald gähnende Leere. Im Westen aber sonst nichts Neues.


So oder so ähnlich geht's bestimmt ganz vielen. Und die meisten sind froh, dass sie sich jetzt 4 Tage etwas erholen können. Das heisst, noch mehr Zeit für unsere Familie und vielleicht auch, um den Balkon oder die Terrasse auf Vordermann zu bringen, den Rasen zu mähen und die Töpfe zu bepflanzen. Das Wetter ist ja die Tage vielversprechend - fast sommerlich.


Momeeeeent. Da war heute doch was, oder? Ah ja genau, heute ist ein christlicher Feiertag, ganz vergessen. Karfreitag. Und da darf man weder arbeiten noch essen, oder wie war das nochmal mit dem Fasten und der Abstinenz? Ich bin mir sicher vielen geht es so wie mir. Kein Kirchengänger. Nicht sonderlich religiös. Vielleicht Atheist. Evtl. sogar aus der Kirche ausgetreten. Und das vielleicht schon vor Bekanntwerden der Missbrauchsfälle an Kindern. Soweit so gut. Ich möchte euch dennoch erklären, warum es aus meiner Sicht wichtig ist, zu wissen, was heute gemäss Bibel passiert ist.


Fakt eins. Die Schweiz ist ein christliches Land - auch wenn vielleicht nicht gerade auf den ersten Blick, weil nicht so omnipräsent und auch, weil hier ganz viele Glaubensgemeinschaften und Atheisten friedlich auf engem Raum zusammenleben. Oder mögt ihr euch an einen Glaubenskrieg in der jüngsten Geschichte der Schweiz erinnern? Ich auch nicht. Dennoch: es gibt jede Menge Kirchen und stündlich läuten an den meisten Orten von deren Türmen die Glocken, um uns die Zeit anzuzeigen (bisschen Antik das ganze, aber janu). Auch wenn es manchmal tierisch auf den Sack geht, gehört das Geläute zur Schweiz, wie die Kuh auf die Weide. Um das zu wissen übrigens, muss meiner Meinung nach weder ein Kreuz im Schulzimmer hangen, noch ein Burkaverbot eigeführt werden. Aber mich hat ja keiner gefragt.


Fakt zwei. Weil die Schweiz ein christliches Land ist, gibt es hier gaaaaanz viele gesetzliche Feiertage. Überdurchschnittlich viel im Vergleich zu anderen Ländern. Und an Feiertagen haben wir für gewöhnlich frei, wie es der Name schon sagt. Wir müssen nicht zur Arbeit und werden in den meisten Fällen trotzdem bezahlt dafür. Wenn wir also über Generationen vergessen, was heute für ein Feiertag ist, dann gilt die Vermutung, dass dieser freie Tag irgendwann in der Zukunft abgeschafft werden könnte. Will das jemand? Eben.


Also, bevor sich irgendjemand über die Folgen des Shutdowns beklagt, dem sei gesagt, dass heute vor vielen Hundert Jahren angeblich jemand an den Folgen einer Kreuzigung gestorben ist. Just saying. Den Rest könnt ihr auf Wikipedia nachschauen.


Bis glii,

Diana


Spaghetti al salmone

für 4 Personen


500 g Spaghettoni

200 g geräucherter Lachs

1 Zwiebel

5 dl Rahm

Zitronenschale

Weisswein

Öl

Salz


In einer Pfanne in etwas Olivenöl, die kleingehackte Zwiebel andünsten. Danach mit einem Schuss Weisswein ablöschen und den Alkohl verdampfen lassen. Rahm beifügen und aufköcheln. Danach den kleingeschnittenen Lachs beifügen und etwas geriebene Zitronenschale. Mit Salz würzen, evtl. etwas Bouillonpulver. Spaghetti kochen, abschütten und mit der Sauce mischen. Voilà!

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