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  • Diana Miranda

Day 26 - Erstes positives Corona-Fazit

Vor 26 Tagen, wusste noch keiner von uns, was der Lockdown für unsere Leben bedeuten würde. Wir standen alle vor kleinen oder grossen Problemen, die wir da noch nicht zu bewältigen wussten. Heute, über drei Wochen später, ziehe ich für mich ein erstes positives Fazit zu Corona, mit den für mich wichtigsten Punkten:


Entschleunigung

Einige von uns wurden durch Corona «arbeitslos», mussten das Geschäft schliessen oder aufgrund einer Schliessung zuhause bleiben oder haben Kurzarbeit. Andere wiederum haben ihr Büro in der eigenen Wohnung bezogen. Alle Freizeitaktivitäten wie Sport, Ausgang, Shopping, Ausflüge sind nicht mehr möglich. Wir sind also gezwungenermassen viel mehr zu Hause. Klar, wir müssen unsere Kinder selbst betreuen, sie unterrichten und leben 24/7 alle auf engem Raum. Wir müssen zum Teil auch Doppelbelastungen ertragen. Das kostet auch ganz viel Nerven. Generell hat dieses Lockdown in meinen Augen aber unser tägliches Stressniveau um einiges reduziert.* Ich sage es mal so: wir rennen nach der Arbeit nicht mehr zum Einkaufen, danach zu Sport und dann nach Hause, um vor dem Kind-zu-Bett-Bringen noch Abendessen zu kochen und Wäsche zu bügeln. Wir haben also auf der Work-Life-Balance vielleicht nicht mehr Leben gewonnen, aber zumindest ein bisschen mehr Zeit. In meinen Augen ist die dadurch entstandene Entschleunigung deutlich merkbar.


Ernährung

Mit der Isolation entdecken viele das Kochen neu oder setzen sich gar das erste mal damit auseinander. Auch das Konsumverhalten hat sich diesbezüglich verändert. Der Detailhandel verkauft rund 30% mehr Gemüse als vor Corona. Das heisst also, wir kaufen viel bewusster ein und ernähren uns grösstenteils wieder gesünder. Auch backen ist wieder voll im Trend - vor allem das Brotbacken. Und da Hefe vielerorts ausverkauft ist, wird slow-food-mässig auch selbst Hefe hergestellt. Der Trend zum selbst herstellen finde ich bemerkenswert und ich finde, das ist einer der Punkte, den wir auch nach Corona beibehalten sollten, denn damit reduzieren wir auch Food Waste. In einem meiner Beiträge könnt ihr übrigens nachlesen, wie man Lebensmitteln eine 2. Change geben kann.


Zeit

Das Wegfallen des Arbeitsweges hat - vor allem mir - enorm viel Zeit geschenkt. Diese können wir jetzt, natürlich nur im Rahmen des Möglichen, gezielter für Hobbies und Freizeitaktivitäten einsetzen wie: Musik machen, singen, stricken, häkeln, nähen, gärtnern, Sport machen, Velo fahren, kochen, backen, essen, malen, gamen, Bücher verfassen oder Blog schreiben, wie ich es gerade tue. Ich merke ausserdem, dass die gewonnene Zeit auf mich sehr inspirierend wirkt. Ok, vielleicht liegt diese neue Inspiration auch am Marihuana-Rauch, der 24/7 von meinen geliebten Nachbarn, zu mir hochdringt. Keine Ahnung, aber ich habe mindestens 4 weitere Ideen in meinem Kopf, aus denen mit mehr Zeit sogar etwas Konstruktives werden könnte . Ihr könnt also gespannt sein: vielleicht kommt da noch was!


Kommunikation

Wie wichtig reden doch geworden ist. Nicht nur geschäftlich - auch privat. Ihr wisst alle, ich bin grosser Fan von Kommunikation, aber privat hat mir oft einfach die Zeit oder die Energie gefehlt, mit Familie und Freunde wieder richtige Gespräche über alles mögliche zu führen. Ganz ehrlich, nach einem langen Arbeitstag und erledigter Hausarbeit ist man, wenn das Kind endlich schläft, einfach nur froh, wenn man sich aufs Sofa legen konnte, um auf Netflix irgendetwas zu konsumieren. Dank «Social Distancing» sind auch Emotionen wieder salonfähig geworden. Das finde ich zumindest. Wir sind dank diesem Virus alle ein bisschen sensibler geworden, fragen öfter über das Befinden des anderen nach und hören wieder besser zu. Gefühle haben wieder viel mehr Platz in unseren Leben und wir sind alle näher aneinander gerückt. Die vermehrte Kommunikation hat auch den Effekt, dass sich das Gemeinschaftsgefühl verstärkt hat und viel weniger Missverständnisse entstehen. Und das wiederum führt generell zu mehr Entspannung und Zufriedenheit.


Mir ist durchaus bewusst, dass einige von euch viel mehr Stress haben als vorher und sich die Lage, je länger Corona dauert, zuspitzt. Viele haben Sorgen finanzieller Natur oder sind wegen den Doppelbelastungen (Arbeit und Kinderbetreuung) sehr unter Druck. Auch die häusliche Gewalt nimmt je länger der Lockdown dauert, zu. Ich beobachte einfach meine nähere Umgebung und dort stelle ich fest, dass je länger je mehr, Ruhe und Normalität einkehrt. Eine neue Normalität, die ich persönlich bereits zu schätzen gelernt habe. Ich bin in dieser Hinsicht vielleicht privilegiert - habe in dieser Situation mehr positive Dinge dazugewonnen als verloren. Möglich. Vielleicht habe ich Negatives auch sehr gut ausgeblendet. Auch möglich. Ich weiss einfach, dass ich diese neue Normalität nicht einfach so wieder aufgeben möchte. Um keinen Preis.


Bliibet gsund und bes glii

Diana


PS: Morgen übernimmt hier wieder Simon, den ihr bereits seit «Wenn du nicht fliegen kannst, dann laufe» kennt. Lesen lohnt sich!



Paella de pescado (nur mit Fisch)

für ca. 4 Personen


1 Zwiebel

1 rote Peperoni

2 Knoblauchzehen

200 g Coco-Bohnen

8 Crevetten (mit Haut und Kopf)

400 g Kalamar (ganz, hautlos, gefroren)

1 Glas Weisswein

6-8 Espressotassen Reis (Paraboiled, kein Risottoreis bitte)

18 Espressotassen heisses Wasser

Salz, Bouillon, evtl. Safran


Frühzeitig den Kalamar und die Crevetten auftauen. Zwiebel kleinschneiden und in etwas Olivenöl zusammen mit der klein geschnittenen Peperoni etwa 20 Minuten auf mittlerer Stufe in einer Pfanne andünsten.


Danach die klein geschnittenen Cocobohnen und den in Streifen geschnittenen Kalamar (Tentakel und Kopf können ganz in die Pfanne) beigeben. Alles vermischen und dann mit einem Glas Weisswein ablöschen. Ca. 10 Minuten weiterköcheln bis der Alkohol verdampft ist. Gut würzen mit Salz und evtl. etwas Bouillonkonzentrat (am besten für Fisch, für Gemüse geht aber auch). Es darf ruhig etwas kräftig gewürzt sein, denn der Reis verträgt das dann und so müssen wir nachher nicht nachwürzen.


Für die Farbe kann auch etwas Safran dazugegeben werden. Sobald dies erledigt ist, geben wir den Reis in die Pfanne. Alles gut vermischen. Danach geben wir das Wasser hinzu und lassen das Ganze ca. 15 Minuten langsam kochen. Das Ziel ist, dass der Reis langsam gar wird und das ganze Wasser aufsaugt. Nach 15 Minuten geben wir die ganzen Crevetten hinzu, stellen den Herd aus und decken die Pfanne mit einem Deckel zu. Jetzt lassen wir das ganze ruhen, bis das gesamte Wasser aufgesogen ist.


Achtung: das mit dem Wasser ist eine Wissenschaft und vom Reistyp abhängig. Ihr müsst während des Kochens immer ein Auge auf die Pfanne werfen und den Garpunkt des Reises überprüfen. Normalerweise gilt folgende Regel: 1 Portion Reis : 2,5 bis 3 Portionen Wasser.




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