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  • Simon Fasano

Day 41 - Kaffeetasse

Es gibt treue Begleiter welche uns ein Leben lang beiseite stehen. Sie sind ein fester Bestandteil von uns, ja ich würde fast sagen, dass sie ein integer Teil von uns sind, mit welchen wir uns identifizieren und doch viel zu oft ignorieren, weil sie vielleicht einfach da sind. Ich rede nicht von der redefreudigen älteren Dame, die ich jeweils bei der Post antreffe. Ich rede auch nicht vom Hausmeister, den ich zu fast jeder Tageszeit bei mir vor dem Balkon sehe. Nein, es sind Alltagsgegenstände. Der Rucksack, die Turnschuhe, der bequeme Hoodie, das Tupperware. Solche Sachen meine ich.


Manchmal erwische ich mich selbst, wie ich das Objekt in den Händen halte und denke «das war ein guter Kauf, den Hoodie habe ich sicherlich schon 20 Jahre, sieht zwar wie 30 aus, aber trotzdem ist er genauso bequem wie am ersten Tag». Unter den Objekten gibt es auch jene Komfort-Spender, mit denen wir eine vielleicht innige Beziehung pflegen. Sie begrüssen uns mit einem warmen lächeln und sind stets zu Diensten wenn man mal einen grauen Tag hat. Ich rede von Kaffeetassen. Jene trostlosen Trostspender. Manche kaufen sie im Set - obwohl wohlbemerkt immer eine Tasse davon kaputt geht. Andere finden ihre Lieblingstassen an Flohmärkten oder sie bekommen sie geschenkt, womöglich nach einem Spitalaufenthalt.


«Welche Tasse soll ich nehmen?» fragen dann Freunde oder Gäste. «Nimm irgendeine aus dem Schrank, egal welche...nein, nicht die, jene habe ich von Trudi nach der Blinddarm-Geschichte erhalten, es ist eine Wohlfühltasse. Nein, auch nicht die, jene habe ich bei der Kreuzfahrt im Casino gewonnen...ja, lange Geschichte….nimm doch einfach eine vom Set….ja, die die genau gleich aussehen.» Das mit Trudi und dem Blinddarm stimmt natürlich nicht, und das mit dem Casino war anders, aber egal. Ich möchte euch meine 3 Lieblingstassen vorstellen und ich rede von denen wie es meine Kinder wären.


Die Grosse habe ich nach einem Meeting im Pentagon vom Giftshop gekauft. Genau, die haben einen Giftshop im Pentagon. Da fülle ich keinen pentagonischen Kaffee rein, nein. Da kommt Denner-Eigenmarke mit wenig Zucker und Milch rein. Dann habe ich eine rote Tasse von meiner Uni. Die habe ich beim ersten Tag als Willkommensgeschenk erhalten und ist ein wenig kleiner als jene vom Pentagon. Und dann ist noch die Nashville-Tasse. Offensichtlich ein Souvenir, es steht ganz gross «Nashville» vorne, hinten sowie auch auf dem Henkel. Dekoriert ist sie auch mit vielen Sehenswürdigkeiten die man in Nashville bestaunen kann. Bevor ich aber anfange wie eine billige Werbebroschüre zu klingen, und ihr euch nach einer Tasse Kaffee sehnt, möchte ich erzählen wo ich die Tasse gefunden habe.


Ich fand die Tasse an einem Bahnhof in Zürich. Sie stand da auf einem Tisch, neben weiteren Sachen die mit «gratis» beschriftet waren. Ich dachte mir cool, da ich ja eine ziemlich enge Beziehung zu Nashville pflegte (während der Uni war ich sicherlich zweimal die Woche in Nashville, um zu essen oder feiern), nahm ich sie einfach mit nach hause. Nun, das ist jetzt mein sakrosanktes Hab und Gut, meine Tassen. Sie spenden mir wärme, Instant Kaffee und für 5 Minuten bin ich dann ganz anderswo auf der Welt. Kein Angst, es ist noch nicht soweit, dass ich mit meinen Tassen rede, aber für mich dienen sie einfach der Erinnerung, sowie der 20-jährige Hoodie.


Es sind eben die kleinen Sachen im Leben, die einen glücklich machen!


Stay healthy and have fun!

Simon

Pizzateig

reicht für 2 Backofenbleche


Teig

30 g Olivenöl

220 g Wasser

1/2 Würfel frische Hefe

400 g Mehl

1 TL Salz


Alle Zutaten zu einem Teig vermengen. Ca. 2 Stunden zugedeckt gehen lassen.


Bestes Teig-Rezept für Pizza!


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